• Pia Köhler

Die Seele schnabuliert mit

Diese Woche wurde auf einem Radiosender über alte Wörter gesprochen, die heute nicht mehr so gebräuchlich sind.

Dieses Mal ging es um das Wort „schnabulieren“.

Ich war überrascht, denn ich benutze die Bezeichnung total oft.


Schnabulieren bedeutet laut Google, etwas mit Behagen verzehren, essen. Und wenn ich schnabuliere, dann mache ich meinen Mund wirklich zum Schnabel und gebe ein langgezogenes MMMMMMMMMMMHHHHHHHHHHH von mir, wenn mir was richtig gut schmeckt.




Meine Familie verarscht mich deswegen schon immer, aber das Wichtigste beim Essen ist doch, dass es richtig gut schmeckt. Oder?


Ich könnte Essen, das mir nicht mundet, nie einfach in mich hinein mampfen, nur um satt zu sein oder um den Körper fit zu erhalten.


Ich hatte es ja lange genug probiert, jeden Tag wie ein Meerschweinchen nur Gemüse zu futtern, bloß, weil es gesund ist. Meinem Gewicht und meiner Seele hatte es auf jeden Fall nichts gebracht.





Aber wenn ich das nicht mit allen Sinnen schmecken und mit einem MMMMMMMHHHHH genießen kann, dann habe ich für mich immer das Gefühl, dass die Vitamine, Mineralien und Spurenelemente nicht wirklich ihren Effekt in meinem Körper entfalten können. Da kann der Nährstoffgehalt noch so wertvoll sein. Das ist für mich dann nur eine zeitliche und monetäre Vergeudung.


Wenn mich etwas aromatisch und geschmacklich einnimmt, kann ich richtig fühlen, dass die kleinen Helferlein aus dem Essen in meinem Körper ihren Platz finden, wo sie sich entfalten müssen.

Ich erzähle jetzt nichts Neues, aber trotzdem habe ich das Gefühl, das nochmal betonen zu müssen:

Essen hält laut einem Sprichwort für Körper und Seele zusammen. Wenn man es mit allen Sinnen genießen kann.




Ich hab mich die letzte Zeit immer wieder getestet. Wenn ich einfach nur etwas esse, damit der Magen nicht mehr meckert, fühl ich mich seelisch nicht gut. Wenn ich aber ins Schwärmen gerate, dann ist das für mich schon fast wie eine kleine Seelenauszeit.

Klingt vielleicht übertrieben, is(s) aber so!


Wer mich kennt, weiß aber auch, dass ich die schnelle Küche liebe, bei mir darf kein Menü über 30 Minuten dauern, sonst werde ich zappelig und hab dann irgendwann keinen Bock mehr zu kochen, geschweige denn, zu essen.





Deswegen fängt auch der Genuss für mich schon bei der Auswahl des Rezeptes an. Wie lange brauche ich, habe ich das schonmal ausprobiert oder wird das ein neues Geschmackserlebnis.


Wenn meine Familie zum Essen kommt, mache ich ein Gericht niemals zwei Mal, weil es dafür zu viele Rezepte in der Internet-Galaxie gibt, die ich durchprobieren möchte.


Gerade in der aktuellen Zeit ist es mir wichtig, in der Küche abwechslungsreich zu kochen, um mir neue Erlebnisse zu bescheren, wenn das im Außen gerade immer noch nicht wirklich möglich ist.

Und wenn mal was fehlt, versuche ich aus allem, was da ist - im Innen wie im Außen - das Beste zu machen.

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